Ústí nad Labem (Aussig an der Elbe) liegt im Norden Tschechiens an der Grenze zu Deutschland (Sachsen), ca. 100 Km von Prag und 60 Km von Dresden entfernt. Der Name bedeutet im Tschechischen die „Mündung“ und meint wohl die Mündung des Flusses Bílina in die Elbe. Die Stadt ist Zentrum der nordböhmischen Industrie und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt mit ca. 95 000 Einwohnen. Die in der Elbe-Labe-Region liegende Stadt ist eine geschichtlich höchst interessante: bis 1945 wurde hier vorwiegend deutsch gesprochen, nach der Vertreibung der Deutschen in den Nachkriegsjahren wurde sowohl das Grenzgebiet (Sudetenland) als auch Ústí mit Tschechen aus dem Landesinneren, Slowaken und Roma besiedelt, so dass das heutige Ústí als eine Stadt der Brüche und Umbrüche bezeichnet werden kann.

Ihre schöne Lage im Elbtal mit der romantischen Burgruine Schreckenstein inspirierte manche Künstler – darunter den Maler Ludwig Richter oder den Komponisten Richard Wagner, der sich hier für seine Oper „Tannhäuser“ anregen ließ. Im nahliegenden Schloss Duchcov verbrachte der berühmte Giacomo Casanova als Bibliothekar seine letzten Lebensjahre und verfasste hier seine berühmten Memoiren. Nähere Informationen finden Sie unter http://www.usti-nad-labem.cz/de.


 

UJEP - UNIVERSITÄTSCAMPUS (Tagungsort)

http://www.ujep.cz/en/welcome.html

(Pasteurova 1, 400 96 Ústí nad Labem)

Die Vorgeschichte der Jan Evangelista Purkyně-Universität in Ústí nad Labem (UJEP) beginnt im Jahre 1954 mit der Gründung einer Pädagogischen Oberschule, aus der zehn Jahre später die Pädagogische Fakultät als Zweigstelle der Prager Karlsuniversität entstand. Im Jahre 1991 wurde in Ústí eine selbstständige Universität mit dem Namen Jan Evangelista Purkyně (nach dem in Nordböhmen geborenen führenden böhmischen Wissenschaftler und Politiker des 19. Jahrhunderts benannt) gegründet, die heute insgesamt acht Fakultäten umfasst. Das Institut für Germanistik ist bereits im Jahre 1990 entstanden und gehört gemeinsam mit den Instituten für Geschichte, Philosophie und Politologie zur Philosophischen Fakultät, die seit 2015 in den neuen Räumlichkeiten des sich immer noch im Aufbau befindenden Universitätscampus liegt. Im Jahr 2016 feiert somit die UJEP ihr 25. Jubiläum, die 2006 gegründete Philosophische Fakultät 10 Jahre ihres Bestehens.
 

STADTMUSEUM Ústí nad Labem

http://www.muzeumusti.cz

(Masarykova 1000/3, 400 01 Ústí nad Labem)

Das 1876 gegründete Stadtmuseum siedelt seit 1972 im Gebäude der einstigen Knabenschule. Im aufwendig rekonstruierten Museumsbau werden nicht nur Ausstellungen präsentiert und Sammlungsstücke aufbewahrt, seinen Sitz fand hier auch die deutsch-tschechische Kultur- und Bildungseinrichtung Collegium Bohemicum, deren Ziel es ist, die erste tschechische Dauerausstellung zur Geschichte der Deutschen in den böhmischen Ländern zu errichten.
 

KULTURZENTRUM HRANIČÁŘ 

http://hranicar-usti.cz

(Prokopa Diviše 1812/7, 400 01 Ústí nad Labem)

Das multifunktionale Kulturzentrum Hraničář residiert im Gebäude des ehemaligen Kinocafés Olympia, das 1923 von der hiesigen Sozialdemokratischen Partei erbaut wurde. Im Jahre 2014 hat eine mit der Universität verbundene Gruppe von jungen Menschen das inzwischen aufgehobene Kino, das in der Zeit des Sozialismus den Namen Hraničář (Grenzwächter) erhielt, wiederbelebt. Seitdem werden hier Theatervorstellungen, Filmprojektionen, öffentliche Debatten, Ausstellungen u. Ä. organisiert.
 

Nordböhmisches OPERN- UND BALLETTTHEATER 

http://www.operabalet.cz

(Lidické nám. 1710/10, 400 01 Ústí nad Labem)

Das Aussiger Stadttheater wurde 1909 im neubarocken Stil mit Jugendstilelementen nach Plänen des renommierten Wiener Architekten Alexander Graf (auch Architekt der Wiener Volksoper) erbaut. Das noch unter dem Kaiser Franz Joseph I. eröffnete Theatergebäude hatte bis 1945 sowohl deutsche als auch tschechische Stücke im Repertoire,  nach 1945 wurde das während der Bombardierung verschont gebliebene Gebäude mit der Oper Die verkaufte Braut von Bedřich Smetana wiedereröffnet. Seit 2004 trägt es den Namen Nordböhmisches Opern- und Balletttheater, 2009 erhielten seine Balletttänzer den renommierten Thalia-Preis (die bedeutendste Theaterauszeichnung in Tschechien).